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psmedia besucht Facebook Creative School

24. Juli 2019 Dennis

Fast jeder kennt Facebook, aber kaum einer weiß, wie das Unternehmen hinter den Kulissen arbeitet. Der Social-Media-Gigant schützt seine internen Strukturen und Vorgehensweisen vor der Öffentlichkeit wie einen gut behüteten Schatz. Umso größer ist in der Social-Media-Welt die Neugier auf Insiderwissen des “Blauen Riesen”. 

Denn: Viele Agenturen haben ihr Business-Modell im Social-Media-Marketing auf Facebook oder Instagram ausgerichtet. Der ein oder andere gute Rat bzw. Tipp von Experten, die an vorderster Front für Facebook arbeiten, kann also nicht schaden. Umso mehr haben wir uns gefreut, als wir kürzlich zur Facebook Creative School in Hamburg eingeladen wurden. Dadurch hatten wir die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen – und einige gute Ratschläge aus erster Hand in unseren beruflichen Alltag aufzunehmen.

Einblick in die heiligen Hallen von Facebook

Das Facebook sich nur ungern in die Karten gucken lässt und Interna vor Außenstehenden schützen möchte, haben wir recht schnell bei unserer Ankunft bemerkt: Ein Wächter begrüßte uns bereits an der Tür zu einem zwölfstöckigen Bürogebäude in der Caffamacherreihe in Hamburg. “Ich schicke euch die zehn nächsten Teilnehmer nach oben”, sagte der Mann in ein Funkgerät und zeigte danach auf einen Fahrstuhl, den wir betreten sollten.

Im zwölften Stock mit einem atemberaubenden Blick über die Stadt angekommen, nahmen uns bereits weitere Sicherheitsleute in Empfang und schleusten uns rüber zu einem Counter, an dem wir uns anmelden sollten. Schließlich führten die Männer uns in einen großen Raum, der einem urbanen Loft aus amerikanischen Sitcoms ähnelte. Kühlschränke mit vielfältiger Getränkeauswahl, hippen Eissorten, einem Billardtisch, einem Kicker sowie einem Massagestuhl, Süßigkeiten und sonstige Benefits sollen den Angestellten den Arbeitstag offenbar so angenehm wie möglich machen. Doch auch wenn all das sehr verlockend aussah: Zum Vergnügen waren wir natürlich nicht dort. Mehrere Vorträge sollten von nun an unseren Horizont erweitern.

Bilder sind nur dann gut, wenn sie sich bewegen

Im ersten Teil der Creative School ging es darum, wie wir Nutzer mit spannendem Ad-Content erreichen können. Vorweg: Bilder haben ausgedient – es sei denn, sie bewegen sich. So habe sich laut Peer Wörper, Creative Agency Partner DACH, herausgestellt, dass vor allem Videos in Storys gut funktionieren. Denn: Inzwischen schauen mehr User in die Storys als in ihren Feed. Vor allem bei Instagram treffe dies zu. Besonders gut funktionieren Storys „on the go“. Das heißt: viele Storys werden nacheinander in kurzen Intervallen veröffentlicht. Der Betrachter muss das Gefühl bekommen, dass er jederzeit etwas erlebt, wenn er “dran bleibt”. Die Videos wirken dabei amateurhaft und spontan. Dadurch sind sie näher am User. Ein zweites Prinzip zielt auf hochwertigen Content ab, der die Konsumenten länger unterhalten soll. Die Videos sind ausgearbeitet und verfolgen eine Storyline – ähnlich wie in einem Film. Man nennt es auch “Captivated Viewing”.

Wie mache ich ein interessantes Video?

Wir wissen jetzt, dass Videos sehr performant sind. Doch wie bastle ich ein Video, dass die User wirklich anspricht? Dazu berücksichtigt Facebook zwei wichtige Faktoren: Aufnahmegeschwindigkeit von „Wörtern pro Minute“  für das menschliche Gehirn und die durchschnittliche „Scrollgeschwindigkeit“ im Feed. Dazu zwei spannende Werte: Heute schafft es unser Gehirn, 500 Wörter pro Minute problemlos zu lesen. Zum Vergleich: Vor 20 Jahren waren es nur 300 Wörter. Die durchschnittliche Verweildauer eines einzelnen Beitrages in einem Feed bei der heutigen Scrollgeschwindigkeit am Handy liegt laut Facebook bei gerade einmal 1,7 Sekunden.

Das heißt: Die Videos müssen uns auf den ersten Blick fesseln. In den ersten drei Sekunden muss klar sein, worum es in dem Video geht. Außerdem muss die Marke bereits eingeblendet worden sein. Der Einstieg in das Thema sollte über einen sogenannten WTF-Moment erzeugt werden. Ein gutes Beispiel ist die Aufmachung der Serie Breaking Bad. Das Intro beginnt damit, dass der Hauptdarsteller in Unterhose mit einer Knarre durch die Wüste brettert. Danach wechselt die Szene. Plötzlich sitzt der gleiche Mann als Lehrer am Schreibtisch. Die Frage, die sich der Zuschauer stellt: „Wie konnte es dazu kommen?“

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Eine weitere Möglichkeit, die User bei Laune zu halten: einen klassischer Spannungsbögen wie in einem Drama. Man schafft also ein klassisches Set-Up, einen Konflikt und am Ende die Auflösung. Jedes Video darf dabei nicht länger als zehn, maximal 15 Sekunden lang sein. Das heißt: Ein Video hat viele, schnelle Schnitte (Heartbeat-Prinzip). Der User muss das Gefühl haben, hier passiert wortwörtlich in jeder Sekunde etwas Spannendes.

Instagram neben Facebook auf dem Vormarsch

Ein Fakt dürfte die meisten nicht überraschen: Immer mehr Menschen nutzen Instagram. Somit wird die Plattform laut Lena Lausberg, Agency Partner von Facebook, natürlich immer relevanter für das Online Marketing. Auch hier sei die beste Werbemöglichkeit, kurze Videos als Ads in den Storys zu schalten. Zudem soll IGTV künftig mehr Bedeutung bekommen. In welcher Form, ist allerdings noch unklar.

Bilder haben auch bei Instagram ausgedient.

“Falls ihr die Möglichkeit habt, baut immer eine Animation ein oder erstellt ein Video aus euren Bildern”,

betont Lausberg. Wichtig dabei sei zu beachten, dass Videos sich auch ohne den Ton sinnhaft erschließen lassen. Mit Ton seien sie deutlich werbewirksamer als ein stummes Bild.

 

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Dennis

Dennis beschäftigt sich bei psmedia mit den neuesten Trends im Bereich Social Media - hauptsächlich im Paid Social. Als Social Media Manager und Redakteur begleitet er den digitalen Wandel an vorderster Front.