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Instagram bald ohne Likes?

17. Juli 2019 Dennis

Ein klassischer Morgen: Im Bett oder auf dem Weg zu Arbeit checken wir schnell noch die neuesten Bilder und Videos bei Instagram. Man will schließlich nichts verpassen. Beiträge, die uns gefallen, liken wir natürlich. Wir wischen durch den Feed und sehen tolle Inhalte, die sicherlich jede Menge Likes oder Kommentare verdient hätten. Doch ist euch aufgefallen, dass immer weniger Nutzer auf  Videos und Bilder reagieren? Von Instagram-Chef Adam Mosseri hieß es zuletzt, dass Likes sogar ganz verschwinden könnten. Wir gehen der Sache auf den Grund und sagen, warum Interaktionen ohnehin nicht das Wichtigste für Influencer und Firmen bei Instagram sind.

Dazu werfen wir zunächst einen Blick auf eine neue Studie von Influencer-DB. Sie macht deutlich, dass die Interaktionsrate, die die Likes in ein Verhältnis zu den Followern setzt, in den vergangenen drei Jahren von 4,5 auf 1,9 Prozent geschrumpft ist. Bei bezahlten Beiträgen lagen die Werte im Jahr 2016 bei 4 Prozent, heute sind es nur noch 2,4 Prozent.

Sind die User faul geworden?

Nun könnte man vermuten, dass die Nutzer aufgrund der Masse des Contents einfach fauler geworden sind. Schließlich sind pro Tag 500 Millionen Menschen auf der Plattform unterwegs. Viele davon teilen ihren Content im Feed oder in den Stories.

Das scheint aber nicht die Ursache zu sein: Wie bereits bekannt ist und auch aus einem Artikel von Hootsuite hervorgeht, hat Instagram seinen Algorithmus verändert: Früher wurden jedem Follower alle neuen Beitrag seiner Abonnements angezeigt, heute ist dies nicht mehr der Fall. So sehen viele User die neuesten Beiträge nicht direkt und liken oder kommentieren dementsprechend nicht.

Außerdem haben sich die User an den Luxus gewöhnt, ständig neuen Content zu erhalten ohne ihn liken zu müssen. Auch ohne ihre Interaktion produzieren Nutzer weiterhin ihre Beiträge. Frei nach dem Motto: „Wenn es nicht dieser Account tut, dann tut es eben ein ähnlicher“. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass viele Beiträge zwar nicht geliked, jedoch trotzdem gesehen werden.

Für die abnehmende Interaktion könnte außerdem die sinkende Authentizität der Makro-Influencer verantwortlich sein. Grund dafür ist der Kontakt und Austausch zwischen ihnen und ihren Followern. Viele Follower sehen Influencer mit einer immens großen Reichweite nur noch als „Kunstfiguren“ an und identifizieren sich nicht mehr mit ihnen.

Wie das Magazin T3N berichtet, haben Micro-Influencer oft eine persönlichere Bindung zu ihrer Community, die den Instagram-Nutzern mehr zusagt. Entsprechend gewinnen sie mehr an Bedeutung. Das bedeutet aber nicht, Nutzer auf Instagram nicht mehr interagieren. Instagram ist und bleibt eines der attraktivsten sozialen Netzwerke auf dem ca. 3,5 Milliarden Likes pro Tag weltweit vergeben werden (Instagram Info Center, Stand Mai 2019).

Interaktion ist nicht immer ausschlaggebend

Die abnehmenden Reaktionen sind aber kein Grund, um in Panik zu verfallen. Warum das so ist, erklärt Tobias Erdmann, Head of Performance Marketing bei psmedia:

“Interaktion ist kein ausschlaggebender Messwert im Social Media Marketing. Wir richten uns nach den Bedürfnissen der Kunden. Wir achten darauf, das zu erfüllen, was sich der Kunde wünscht.”

Das seien im Endeffekt die steigenden Verkaufszahlen ihrer Produkte. Dabei reicht es meist nicht aus, eine gewisse Anzahl von Likes für einen Beitrag zu generieren.

Keine Likes mehr? Wie messe ich dann meinen Erfolg?

Ohnehin steht schon seit längerem die Like-Funktion auf Instagram in der Kritik. Social-Media-Stimmen sagen, dass es auf der Plattform nur darum geht, so viele Likes wie möglich zu bekommen. Die Folge: Laut Instagram-Chef Adam Mosseri soll die Zahl der Likes nun an Relevanz verlieren. Kanadier testen derzeit, wie User damit umgehen, wenn die Likes unter Beiträgen nicht mehr sichtbar sind. Instagram will so den Fokus des kompletten Netzwerkes wieder auf den Content führen.

Plattformen wie Snapchat zeigen, dass ein Netzwerk auch ohne die Like-Funktion erfolgreich und für den Werbemarkt relevant sein kann. Erfolg wird künftig anhand zwei anderer Paramater gemessen: die Verweildauer auf einem Beitrag sowie Link-Klicks. Weitere relevante Zahlen für potentielle Kunden wären die Story-Views oder die Reaktionen auf Stories. Diese Umstellung auf weniger sichtbare Kennzahlen könnte dafür sorgen, dass das Netzwerk wieder sozialer wird bzw. der Konkurrenzkampf unter den Influencern abnimmt.

Ob der neue Fokus auf Content große Auswirkungen im Bereich Marketing haben wird, hängt davon ab, was man durch die Posts bei Instagram erreichen möchte: entweder eine Community, die aktiv interagiert oder weiterführende Klicks bzw. Käufe.

Welche Konsequenz sollten Influencer und Firmen daraus ziehen?

Fest steht: Hochwertiger Content ist bei Instagram wichtiger denn je, um Reichweite generieren zu können. In der Regel erhöht sich dadurch die Verweildauer auf den Inhalten bzw. dem Profil. Das kommt natürlich auch Instagram zu Gute. Im Umkehrschluss: Viele Likes führen also nicht zu noch mehr Likes.

“Solange man interessanten, zielgruppenorientierten Content produziert, ist man bei Instagram gut aufgestellt”,

sagt Tobias. Das nehmen wir uns natürlich auch zu Herzen – und freuen uns auf die neuen Herausforderungen bei Instagram.

 

 

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Dennis

Dennis beschäftigt sich bei psmedia mit den neuesten Trends im Bereich Social Media - hauptsächlich im Paid Social. Als Social Media Manager und Redakteur begleitet er den digitalen Wandel an vorderster Front.